Hühnerwochen im Gunzenhäuser Burkhard-von-Seckendorff Heim

Bild: Leihhühner im BvS-Heim

„Ich wollt, ich wär´ ein Huhn, ich hätt´ nicht viel zu tun. Ich legte vormittags ein Ei und abends wär´ ich frei“ – die Liedzeilen kennt wohl jeder, diesen Ohrwurm der Comedian Harmonists aus den 1930er Jahren. Was die Künstler damals noch nicht ahnen konnten: Hühner sind scheinbar nicht nur Lebenskünstler, sondern eignen sich auch wunderbar dazu, um Menschen eine Freude zu machen. Beobachtet werden konnte dies zuletzt im Gunzenhäuser Burkhard-von-Seckendorff Heim, in dem vier Legehennen zwei Wochen lang im therapeutischen Arbeitseinsatz waren. Ergänzt wurde die tolle Aktion von der informativen Ausstellung „Vom Ei zum Huhn“.

Im Hauptberuf fest bei Simones Hühnervermietung angestellt, verdienen die vier Legehennen ihre Körner hauptsächlich in Kindergärten sowie in Alten- und Pflegeheimen. Die urige Leiharbeitsfirma aus Theilenhofen hatte die Tiere plus Gehege, Tränke und vollautomatischem Stall ins Burkhard-von-Seckendorff Heim gebracht und alles so aufgebaut und installiert, dass für Tier und Mensch keine Gefahr bestand. Und wie sieht nun so ein Hühnerwerktag im Heim aus? Täglich um 5 Uhr in der Früh öffnet sich die Klappe und die gar nicht scheuen Hennen streunen über die eingezäunten Flächen. Zwischendrin haben sie viel Kontakt mit Bewohnerinnen und Bewohnern, fressen oder kümmern sich ausgiebig um die Federpflege. Um 22 Uhr abends ruft dann das Bett und die müden Arbeiterinnen begeben sich selbstständig zur Ruhe. Am Morgen findet das Personal dann meistens drei bis vier Eier in den Nestern, die im Burkhard-von-Seckendorff Heim auf die Stationen im Heim verteilt werden.

So ein Huhn muss irgendwas Magisches an sich haben, denn sobald eine Bewohnerin oder ein Bewohner selbiges erblickt, erhellen sich regelmäßig die Gesichtszüge. Der eine kennt Hühner vielleicht noch von früher, die andere freut sich einfach nur über die putzigen Tiere, die gehätschelt und bespaßt werden wollen. Dieses alternative Animationsprogramm ist ein Anreiz, um nach draußen in den Garten an die frische Luft zu gehen, Kontakt mit anderen Menschen zu haben und sich aktiv am Leben zu beteiligen. Während der Hühnerwochen wollten zeitweise sogar bettlägerige Bewohnerinnen und Bewohner in den Garten geschoben werden, um auf diese Weise ganz nah am Federvieh zu sein – ein Wunsch, der vom Personal gerne erfüllt worden ist.

Wer ausnahmsweise mal nicht im Garten war, der konnte sich die Ausstellung „Vom Ei zum Huhn“ ansehen und dabei allerlei Wissenswertes rund um Eierproduktion, Nestbau und Hühnerhaltung erfahren. Das Tolle: Auch Historisches gab es zu sehen, so z.B. einen alten Futtertrog und eine Legebank. Auf diese Weise ließ sich Gestern und Heute wunderbar miteinander vergleichen. Die Ausstellung wurde gemeinsam von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Bewohnerinnen und Bewohnern konzipiert, aufgebaut und betreut.

Die Hühnerwochen im Burkhard-von-Seckendorff Heim wurden über Spenden finanziert und sollen schon bald wiederholt werden.

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